
Jüdischer Friedhof in Herat
Resilienz und jüdisches Erbe
In diesem Abschnitt präsentieren wir Ihnen umfassende Informationen zu den Hintergründen und Zielsetzungen unserer Dokumentation des jüdischen Friedhofs in Herat, Afghanistan. Dieses Projekt ist Teil unserer weitreichenden Forschungen zur Geschichte der Juden in Zentralasien, Afghanistan und Iran, die eine essenzielle wissenschaftliche Grundlage für die Initiative "Sicherung und Bewahrung des Jüdischen Kulturerbes " schafft. Diese Initiative wird in enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern sowie lokalen Wissenschaftlern in Afghanistan umgesetzt. Das Hauptziel dieses interdisziplinären Projekts besteht darin, das kulturelle Erbe der ehemaligen jüdischen Gemeinschaft in Afghanistan und Iran zu erhalten und respektvoll zu behandeln.
Im Andenken an
Werner Herberg
(1944-2013)
Durch die sorgfältige Dokumentation und Archivierung der Geschichte des jüdischen Friedhofs in Herat, Afghanistan, unterstützt durch umfassende Recherchen von Ulrike Christiane Lintz, sowie wertvolle fotografische Materialien aus den 1970er Jahren, die unser Kollege und Freund Werner Herberg (1944-2013), Architekt, Bauhistoriker und Berater für die UNESCO, während seiner Forschungsreisen nach Afghanistan anfertigte, wurden mehrere Artikel verfasst, die in die nachfolgende Präsentation einflossen. Im Rahmen des Beitrags von Lintz, Ulrike-Christiane: „Reflection of Sacred Realities in Urban Contexts: The Synagogues of Herat“, in Mohammad Gharipour (Hrsg.), Synagogues in the Islamic World, Architecture, Design, and Identity, Edinburgh: Edinburgh University Press, 2017, S. 51-72, leistet Museo-on einen erheblichen Beitrag zur Förderung des Verständnisses sowie der Wertschätzung des Erbes der einst in Herat ansässigen jüdischen Gemeinde. Gemeinsam mit einem interdisziplinären Team von Fachleuten setzen wir uns intensiv für eine umfassende Dokumentation der jüdischen Geschichte an diesem bedeutsamen historischen Ort ein.

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als Verantwortung ...
Wir sind überzeugt, dass die Erhaltung unseres gemeinsamen kulturellen Erbes nicht nur eine Verantwortung darstellt, sondern auch eine bedeutende Gelegenheit bietet, zukünftige Generationen zu informieren und das Bewusstsein für die Geschichte der Juden in Afghanistan auch für nachkommende Generationen zu stärken. Wir laden Sie ein, uns in diesem wichtigen Vorhaben zu unterstützen und sich unserer Mission anzuschließen, die facettenreiche Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Afghanistan zu bewahren.
Die Sprache der Steine ...
Wir müssen lernen, sie zu lesen.
Friedhöfe sind Orte der
Geschichte
und der Geschichten,
sie sind sprechende Orte.
Indem sie von den Verstorbenen
reden,
erzählen sie vom Leben.
Die Steine selbst sprechen
verschiedene Sprachen:
Eine Sprache ihrer Formen,
Verzierungen und Symbole,
eine der Inschriften,
der Texte, Daten und Namen,
hebräische und deutsche Wörter,
nicht selten eine Mischung aus
beiden:
Die Sprache der Steine bedarf
der Übersetzung.
Wir müssen lernen, sie zu lesen.
Quelle: Nils Engel: »Die Familiennamen der Rexinger Juden" 1997
"Religiöse Identität", "Religionsfreiheit" und "Kulturelle Identität"
Jüdische Friedhöfe zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt aus. Sie reichen von großen, oft malerisch gestalteten Anlagen, die durch reiche Symbolik und kunstvolle Ornamente bestechen, bis hin zu kleineren, eher sachlichen Friedhöfen. Diese Stätten erstrecken sich von den bis ins Mittelalter zurückreichenden Begräbnisplätzen bis zu den großstädtischen Friedhöfen des 19. und 20. Jahrhunderts, die mit monumentalen Familiengrabstätten ausgestattet sind.
Der jüdische Friedhof in Herat, Afghanistan, stellt nicht lediglich eine Begräbnisstätte dar, sondern besitzt zudem eine tiefgreifende historische, kulturelle und religiöse Dimension, die eng mit der Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinschaften in Herat und dem benachbarten Mashhad im Iran verknüpft ist. Der vorliegende Artikel sowie ergänzende Veröffentlichungen bieten detaillierte Einblicke in die historischen Kontexte des jüdischen Friedhofs in Herat und die dort einst ansässige jüdische Gemeinde.
Die Untersuchung religiöser Phänomene im regionalen Kontext sowie der interkulturellen Austauschbeziehungen erfordert eine kritische Neubewertung der Begriffe "Religion", "religiöse Identität", "Religionsfreiheit" und "kulturelle Identität". Der Artikel über den jüdischen Friedhof in Herat zielt darauf ab, zukünftige Generationen zu informieren und das Bewusstsein für die Geschichte der Juden in Afghanistan zu schärfen, um ein tiefgreifendes Verständnis der historischen und gegenwärtigen globalen kulturellen und religiösen Dynamiken fördern. Die Notwendigkeit einer kritischen Betrachtung der politischen, sozialen und religiösen interkulturellen Wechselwirkungen wird in diesem Kontext besonders hervorgehoben, insbesondere im Hinblick auf religiöse Multikulturalität und die transnationalen historischen Erfahrungen unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften. Multikulturalität wird allgemein als harmonisches Zusammenleben und Koexistenz verschiedener Kulturen in einer Gesellschaft verstanden, wobei der gegenseitige Respekt und der Austausch zwischen diesen Kulturen von zentraler Bedeutung sind. Der Begriff Multikulturalismus findet häufig Anwendung im politischen Diskurs, um die Notwendigkeit zu betonen, kulturelle Unterschiede anzuerkennen und zu bewahren. Ziel der Multikulturalität ist es, ein gewaltfreies Zusammenleben zu fördern, ohne dass eine erzwungene Assimilation erforderlich ist.
In einer multikulturellen Gesellschaft sollten Vertreter unterschiedlicher Kulturen in der Lage sein, gleichberechtigt zu koexistieren und sich gegenseitig zu respektieren. Zusammenfassend beabsichtigt unsere Forschung, das Interesse an der Untersuchung des Einflusses interkultureller und internationaler Verhandlungen auf die (religiöse und kulturelle) Identität zu wecken, um sowohl Konflikte abzubauen als auch die friedliche Koexistenz divergierender religiöser Gemeinschaften zu fördern. Angesichts des zunehmenden Einflusses religiöser Extremisten und von Regierungen, die ihre politischen Agenden verfolgen, ohne traditionelle Glaubensüberzeugungen zu berücksichtigen – Überzeugungen, die historisch die globalen Gemeinschaften von Gläubigen zusammengehalten haben – gewinnt dieses Forschungsfeld an Bedeutung und Sichtbarkeit.
Der jüdische Friedhof - das „Haus der Ewigkeit“

Der jüdische Friedhof, im Hebräischen als בית-עלמין (beit almin) oder בית-עולם (beit olam), was „Haus der Ewigkeit“ gemäß Kohelet 12,5 bedeutet oder als בית קברות (beit kva'rot „Haus der Gräber“) bezeichnet, zeichnet sich durch spezifische Merkmale aus, die auf den Geboten des Judentums basieren (s. Abb. 1 und 2: Jüdischer Friedhof, Ölberg, Jerusalem). Die Erdbestattung ist dabei obligatorisch, und die dauerhafte Ruhe der Verstorbenen wird als essenziell erachtet. Die Totenruhe ist gerade im jüdischen Glauben besonders wichtig. Ein jüdisches Grab wird bei einer Beerdigung erst nach seiner vollständigen Schließung verlassen und danach nicht mehr angerührt. Begründet wird dies durch die Auferstehung am Jüngsten Tag, wie sie der Prophet Hesekiel beschreibt. Deshalb entspricht auch eine wiederkehrende Neubepflanzung nicht den Gebräuchen. In der jüdischen Tradition ist Blumenschmuck unüblich. Traditionell ist es Brauch, nach dem Besuch des Friedhofs die Hände zu waschen, und kleine Steine auf den Grabstein (Mazewa) zu legen.
Die Mazewa (auch Matzevah, Matzewa, hebräisch מַצֵּבָה Mazzevah, deutsch „Denkmal“, „Grabstein“; Mehrzahl מַצֵּבוֹת Mazzevōt) ist ein jüdischer Grabstein, der ein Jahr nach der Beerdigung in einer speziellen Zeremonie, der Gilui Mazewa, gesetzt oder enthüllt wird. Dies symbolisiert die Verpflichtung, die Verstorbenen nicht zu vergessen. Diese Praxis lässt sich historisch auf einen alten Steinkult zurückführen, wie er im Tanach, der Sammlung heiliger Schriften des Judentums, beschrieben wird. Die Sitte, ein Grab durch ein Kennzeichen zu markieren, wird auf Genesis 35,19-20 zurückgeführt:
„Rachel starb und wurde auf dem Weg nach Ephrata, das ist Bethlehem, begraben. Jakob errichtete einen Gedenkstein auf ihrem Grab. Es ist der Denkstein auf dem Rachelgrab bis auf den heutigen Tag.“
Dauerhaft bedecken Efeu, Bodendecker, Gras oder Kies die Grabstätten. Traditionell ist es Brauch, nach dem Besuch des Friedhofs die Hände zu waschen, und Jüdische Friedhöfe sind in der Regel am Schabbat geschlossen, da die Halacha das Bestatten von Verstorbenen und die Durchführung jeglicher Arbeit am Schabbat untersagt. Die Halacha (hebräisch הֲלָכָה) bezeichnet die jüdischen Rechtsvorschriften und Traditionen, die Teil der Überlieferung des Judentums sind. Sie umfasst die 613 Mizwot, die Gebote und Verbote, sowie die Bräuche und Traditionen, die im Schulchan Aruch zusammengefasst wurden. Die Halacha ist der rechtliche Teil der jüdischen Rechtsvorschriften und Leitfaden für das tägliche Leben.
Aufgrund des lebensbejahenden Charakters des jüdischen Friedhofs und der Hoffnung auf eine Auferstehung wird er gelegentlich auch als Beit HaChayim („Haus des Lebens“), Beit Olam („ewiges Haus“) oder Beit Tow („gutes Haus“) bezeichnet. Die Grabstellen sind meist als Einzelgräber gestaltet, mit Ausnahme des Grabes von Rosa Welt-Straus (1856 in Czernowitz, Bukowina - 1938 in Genf), die im jüdischen Friedhof Veyrier im Schweizer Kanton Genf ruht. Dr. Rosa Welt Straus war eine österreichische Ärztin, Suffragette und Feministin. Sie war die erste weibliche Medizinstudentin Österreichs und spielte eine bedeutende Rolle in den Frauenrechten in Israel. Dr. Welt Straus studierte Medizin in Bern und promovierte 1878. Sie heiratete den Geschäftsmann Louis Straus und hatte zwei Töchter, Leonora und Sara. Dr. Rosa Welt Straus war Vorsitzende der International Woman Suffrage Alliance (Internationalen Frauenstimmrechts-Allianz) und unterstützte die Frauenreform in den USA. Üblicherweise zeigen die Grabsteine nach Osten, um die Verstorbenen mit Füßen nach Osten (in Richtung Jerusalem) auszurichten, was eine direkte Reise zur Auferstehung symbolisieren soll.
Während die Aschkenasim (deutschstämmige und osteuropäische Juden) dazu tendieren, aufrechte Steine zu verwenden, präferieren die Sephardim (portugiesische und spanische Juden) flach liegende Grabplatten oder Zeltgräber. In Mittel- und Osteuropa sind vorwiegend aschkenasische Bestattungspraktiken verbreitet. In manchen jüdischen Friedhöfen existieren sowohl aschkenasische als auch sephardische Abschnitte, wie im jüdischen Friedhof in Hamburg-Altona.
Historisch waren die Verstorbenen zumeist nach Jerusalem ausgerichtet; diese Tradition ist jedoch seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr durchgängig praktiziert. Ab der Haskala traten Grabsteine auf, die nicht nur in hebräischer Sprache, sondern auch in den jeweiligen Landessprachen beschriftet wurden, letzteres in der Regel auf der Rückseite. Die Haskala (hebräisch השכלה, „Bildung, Philosophie“), auch als „jüdische Aufklärung“ bekannt, entstand in den 1770er und 1780er Jahren in Berlin und Königsberg und verbreitete sich anschließend nach Osteuropa. Sie basierte auf den Prinzipien der europäischen Aufklärung und förderte Toleranz sowie die Gleichstellung der Juden in den europäischen Gesellschaften. Auf der hebräisch beschrifteten Seite eines Grabsteins wird typischerweise nicht nur der Name des Verstorbenen, sondern auch jener des Vaters vermerkt, was einen hohen genealogischen Wert aufweist.
Inspiriert durch die christliche Tradition entstanden während der Haskala Familiengräber mit kunstvoll gestalteten Grabsteinen und Mausoleen. Ein markantes Merkmal eines jüdischen Friedhofs ist das Taharahaus, in dem die rituelle Totenwaschung erfolgt. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts waren die Grabsteine einheitlich gestaltet, um die Gleichheit im Tod zu betonen. Mit der Haskala und der fortschreitenden jüdischen Emanzipation begannen jüdische Gemeinden, detailreiche Grabstätten zu errichten, die auch auf christlichen Friedhöfen zu finden sind.
Die Gestaltung von jüdischen Grabsteinen stellt ein facettenreiches Thema dar, das nahezu alle Bereiche der Kunstgeschichte umfasst. Daher kann es hier nur in seinen grundlegenden Aspekten behandelt werden. Es ist anzumerken, dass jüdische Grabsteine in ihrer äußeren Form oft ähnliche, wenn nicht sogar identische Merkmale wie die Grabmale ihrer nichtjüdischen Umgebung aufweisen, mit Ausnahme von Kreuzformen und ausgeprägten Plastiken. Sämtliche Kunststile, beginnend bei Romanik und Gotik, über Barock, Renaissance und Neoklassizismus bis hin zu modernen Strömungen wie Jugendstil und Art Déco, lassen sich auch in der Gestaltung jüdischer Grabsteine erkennen, wenngleich häufig mit einer zeitlichen Verzögerung im Vergleich zu den vorherrschenden kulturellen Strömungen. Die überwiegende Mehrheit der jüdischen Grabmale in dieser Region ist aus Stein gefertigt, häufig aus lokalem Sandstein, wobei auch Hinweise auf Holzkonstruktionen erhalten geblieben sind.
Im Mittelalter sind neben sorgfältig bearbeiteten Grabsteinen auch grob bearbeitete, lediglich geglättete Findlinge zu finden. Dennoch dominieren sorgfältig gestaltete Grabsteine, die oft mit vertieften Schriftfeldern und geraden oder geschwungenen oberen Abschlüssen verziert sind.
Im Lauf der Zeit zeigen sich zunehmende Variationen in den oberen Abschlüssen, und es treten die ersten Schmuckelemente auf, die Einflüsse allgemeiner Stile wie Romanik und Gotik widerspiegeln. Über Jahrhunderte hinweg blieben Grabsteine mit rundbogigen Abschlüssen jedoch die beliebtesten Formen, während die Kalligrafie als zentrales Gestaltungselement, oft die einzige Verzierung ansonsten schlichter Steine, dominierte.
Während ursprünglich die Grabsteine direkt im Boden installiert wurden, gewannen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Grabsteinsockel an Bedeutung, und bald wurden auch die Grabstätten selbst eingefasst. In großstädtischen Friedhöfen ist der Einfluss von Modetrends und zeitgenössischem Geschmack früher und ausgeprägter zu beobachten als in ländlichen Friedhöfen. Im Sinne des Gleichheitsprinzips im Tod achteten einige Gemeinden darauf, die Grabsteine in einem ähnlichen schlichten Stil zu gestalten, unabhängig von der sozialen Stellung des Verstorbenen. Gleichzeitig wurden in städtischen Friedhöfen neben kleinen, schlichten Steinen auch großflächige Familiengräber und Mausoleen errichtet, um den hohen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Status der jeweiligen Familien über den Tod hinaus zu manifestieren. Die Gestaltung der Grabmale diente zudem als Mittel, familiäre Verbundenheit auszudrücken.
Mit dem Anstieg an Vielfalt in der Grabmalgestaltung und dem Einfluss moderner künstlerischer Strömungen meldeten sich seit Ende des 19. Jahrhunderts vermehrt innerhalb jüdischer Gemeinschaften Stimmen zu Wort, die eine Rückbesinnung auf traditionelle jüdische Grabmalformen forderten. Oft greifen insbesondere die neuesten Grabsteine eines Friedhofs, vor allem seit der Zeit des Nationalsozialismus, wieder auf die schlichten Formen früherer jüdischer Grabsteine zurück. Im 19. Jahrhundert wurde es vielerorts Praxis, alte verwitterte Grabsteine zu restaurieren oder durch neue zu ersetzen, wobei häufig auch eine Widmungsinschrift hinzugefügt wurde.
Ein zentrales Prinzip des jüdischen Glaubens ist die Unantastbarkeit der Totenruhe, was zur Erhaltung von Gräbern und Grabmalen über Jahrhunderte geführt hat und dazu, dass jüdische Friedhöfe über Generationen hinweg wachsen, während in anderen Bestattungsstätten nach Ablauf von Ruhezeiten Gräber häufig geräumt werden. Jüdische Gräber werden von den Gemeinden nicht eingeebnet; die dafür vorgesehenen steinernen Markierungen bleiben bestehen. Bei Platzmangel wird eine Schicht Erde über ein bestehendes Grab aufgetragen, um darüber einen weiteren Verstorbenen zu bestatten, eine Praxis, die besonders auf dem Alten jüdischen Friedhof in Prag eindrucksvoll sichtbar ist. Dies steht im Zusammenhang mit dem jüdischen Glauben an die Auferstehung der Toten. Eine Besonderheit vieler jüdischer Friedhöfe sind die Paargräber, um die Ruhe der Verstorbenen nicht zu stören. Der später verstorbene Ehepartner erhält eine eigene Grabstätte mit einer eigenen Mazewa neben dem bereits verstorbenen Partner.
Beim Besuch eines Grabes, insbesondere zur Jahrzeit, ist es Brauch, dass Angehörige einen kleinen Stein auf den Grabstein (Mazewa) legen, um damit zu signalisieren, dass der Verstorbene nicht vergessen ist. Der Ursprung dieses Brauchs ist nicht eindeutig geklärt. Es wird vermutet, dass in historischen Zeiten die Gräber in der Wüste mit Steinen gesichert wurden, um sie vor den Elementen zu schützen. Auch bei spätere Bestattungen in Höhlen, die mit großen Steinen verschlossen wurden, könnten kleine Steine zum Einsatz gekommen sein.
Die Inschrift auf der Mazewa ist in der Regel in Hebräisch verfasst, wobei seit dem 19. Jahrhundert häufig auch eine Inschrift in der jeweiligen Landessprache auf der Rückseite oder dem Sockel zu finden ist. Die Form der Inschrift orientiert sich häufig an antiken griechischen und römischen Vorbildern und ist typischerweise dreigeteilt. Der obere Teil enthält meist eine Abkürzung wie פ"נ oder פ"ט für פֹּה נִטְמַן oder פֹּה טָמוּן = „Hier wurde geborgen“ oder „Hier ist geborgen“, wobei die erste auch als „פה נקבר“ = „Hier wurde begraben“ interpretiert werden kann. Der mittlere Abschnitt benennt den Namen des Verstorbenen, den seines Vaters und bei verheirateten Frauen auch den Namen des Ehemanns sowie Titel, Wohnort, Sterbedatum und manchmal abweichende Begräbnisdaten. Oft sind diese Informationen in formelhaft gestaltete Formulierungen eingebettet, wobei auch detaillierte biografische Angaben vorkommen. Abgeschlossen wird die Inschrift häufig mit einem Segenswunsch, z.B. „Seine/Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens!“ Die Vornamen auf den Grabsteinen erscheinen häufig als jiddische Ruf- oder Kosenamen, während in den landessprachlichen Inschriften die amtlichen Namen genannt werden. Datumsangaben erfolgen in der Regel nach dem jüdischen Kalender, oft in einer vereinfachten Form ohne Tausenderstelle.
Den mittel- und osteuropäischen Grabinschriften des Mittelalters vergleichbar, findet sich auch in den zentralasiatischen Inschriften (s. Abb. 1) - so etwa im Andenken an "den greisen Vater, den Lehrer und Vorbeter Jakob ha-Levi, Sohn des Simha Duhuli" aus dem Jahr 1187 CE ("am Tag der Woche, am 22. Tammuz im Jahre 1499") vom jüdischen Friedhof auf dem Berg Kuh-i Kushkak, nahe des UNESCO Weltkulturerbe Minaret von Djam, Afghanistan gelegen, jene klassische, aus dem Segensspruch der Abigail für David bekannte Formel (1. Sam 25,29: "eingebunden werde die Seele meines Herrn ins Bündel der Lebenden", die als Schlussformel auf drei Worte verkürzt bereits auf einem der bisher ältesten in Mitteleuropa gefundenen Epitaphien aus Mainz für "Zadok, Sohn des Rabbi Seni(or)", datiert auf Sonntag, den 27. Nisan (4)809 ( 2. April 1049 CE) zu sehen ist: "Eingebunden sei seine Seele in das Bündel der Lebenden" (s. Abb. 2).
Trotz der bestehenden Traditionen unterliegt die Gestaltung jüdischer Grabsteine auch den jeweiligen Zeitströmungen. Während frühere Grabsteine überwiegend mit Inschriften versehen waren, erlebte ihre Gestaltung im Laufe der Zeit eine zunehmende Bereicherung durch Symbole und ornamentale Elemente. Während viele der verwendeten Symbole Gemeinsamkeiten aufweisen, zeigen die Ornamente signifikante regionale Differenzen, wie etwa die auffälligen Löwengestalten, die auf dem jüdischen Verbandsfriedhof in Heinsheim häufig anzutreffen sind. Diese Symbolik auf den Grabsteinen reflektiert die Stellung sowie die Aufgaben der Verstorbenen innerhalb der jüdischen Gemeinde, über deren Lebensweise oder Namen hinaus.
Historische Grabsteine bis ins 19. Jahrhundert sind überwiegend mit religiösen Symbolen versehen, während an vielen Orten auch weltliche Motive hinzugefügt wurden. Ein Kohen (Priester) wird durch ausgebreitete Hände auf seiner Mazewa dargestellt, während die Grabsteine von Leviten häufig mit einem Krug oder Becher verziert sind, die ihre spezifischen Aufgaben symbolisieren. Leviten sind die Nachfahren des Levi (hebräisch לֵוִי), die ausschließlich für den Tempeldienst verantwortlich waren. Obwohl ihr Stammvater Levi einer der zwölf Söhne Jakobs war, zählen die Leviten nicht zu den zwölf Stämmen Israels; sie bilden eine eigenständige Gruppe innerhalb des jüdischen Volkes. Diese Zählung der Stämme resultiert daraus, dass nicht ein einzelner Stamm Josef, sondern die Nachkommen seiner beiden Söhne Manasse und Ephraim jeweils als eigene Stämme berücksichtigt werden.
Traditionell stehen die Leviten hinter den Kohanim, unterstützen sie und übernehmen verschiedene Tempeldienste sowie organisatorische Aufgaben. Grundsätzlich gilt: Sollte ein Kohen ausfallen, übernimmt ein Levit seine Aufgaben. Aufgrund der Diaspora sowie kultureller Veränderungen, auch infolge von Vertreibungen und Konversionen, existieren verschiedene Abwandlungen des Namens. Für die Leviten, die bis heute als eigenständige Gruppe im religiösen und rabbinischen Judentum fortbestehen, gelten spezifische Gesetze und Vorschriften, von denen jedoch nur wenige während der gegenwärtigen Abwesenheit des Jerusalemer Tempels anwendbar sind.
Weitere häufig anzutreffende Symbole kennzeichnen verschiedene Aspekte des Lebens und Glaubens, wie etwa den Davidstern, der seit dem 14. Jahrhundert auf Grabsteinen in Prag dokumentiert ist und auf eine zionistische Verbindung hinweist. Die Symbolik variiert und präsentiert eine reiche visuelle Sprache, die zwischen Tradition und zeitgenössischen Einflüssen vermittelt.

Der historische jüdische Friedhof von Herat
Grabsteine
und
ihre Inschriften
Die Dokumentation, Erhaltung und Sicherstellung des jüdischen Friedhofs in Herat stellt einen wichtigen Schritt zur nachhaltigen Bewahrung des kulturellen Erbes der ehemals bedeutenden jüdischen Gemeinschaft in Afghanistan dar. Die Grabsteine und ihre Inschriften sind ein wertvolles Zeugnis der Geschichte und der Traditionen der jüdischen Bevölkerung, die in dieser Region, nahe der historischen Seidenstraße, ansässig war. Dieses Netzwerk von Handelsrouten verband zentralasiatische Gebiete mit dem Mittelmeerraum sowie Ostasien. Es ist von wesentlicher Bedeutung, das Bewusstsein für dieses Thema zu stärken und den Friedhof als geschätztes Ziel für historische Forschungen zu etablieren.


Die Bedeutung dieses
einzigartigen Ortes
in Afghanistan
Der jüdische Friedhof in Herat, Afghanistan, ist ein bedeutendes, wenn auch zuvor über Jahrzehnte stark vernachlässigtes Zeugnis der einst dynamischen jüdischen Gemeinschaft in dieser Region. Die Begräbnistätte befindet sich in Herat, einer Stadt, die traditionell einen Teil der jüdischen Bevölkerung Afghanistans beherbergte. Die Emigration der Mehrheit der jüdischen Bürger, insbesondere infolge der sowjetischen Invasion im Jahr 1979, führte zu einer systematischen Vernachlässigung zahlreicher jüdischer Stätten, einschließlich des Friedhofs. Diese langanhaltende Ignoranz hat den Zustand des jüdischen kulturellen Erbes erheblich beeinträchtigt. Im Jahr 1992, mit dem Zusammenbruch der von der Sowjetunion unterstützten kommunistischen Führung in Kabul, verschwand die jüdische Gemeinde vollständig aus Herat. Obwohl die jüdische Gemeinschaft nach der Machtübernahme der Taliban am 15. August 2021 das Land verließ, bleibt der Friedhof ein kraftvolles Zeichen ihrer historischen Präsenz in Herat. Das Gelände, das sich im Privatbesitz einer nach Frankreich emigrierten afghanisch-jüdischen Familie befindet, wird seit Generationen von einer muslimischen Familie vor Ort betreut und gepflegt. Museo-on engagiert sich für die umfassende Archivierung und Dokumentation der Geschichte des jüdischen Friedhofs in Herat sowie der einst bedeutenden jüdischen Gemeinschaft. Durch die sorgfältige Erhaltung wertvoller digitaler Archive leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Förderung des Verständnisses für diesen historischen Ort und informieren zukünftige Generationen über die relevanten lokalen und historischen Gegebenheiten.
Globale Partnerschaften
Um die Geschichte des Jüdischen Friedhofs von Herat umfassend und nachvollziehbar zu dokumentieren, arbeitet unser Team von Museo-on eng mit den Nachfahren der ehemaligen jüdischen Gemeinden in Herat sowie anderen Regionen Afghanistans und Irans zusammen. Unser gemeinsames Ziel besteht darin, das Bewusstsein für die Bedeutung der Erhaltung des jüdischen kulturellen Erbes zu stärken und den interkulturellen Dialog zu fördern.
Wir begrüßen Ihre Rückfragen, Anregungen, finanzielle Unterstützung und die Bereitstellung relevanter Fotos oder Dokumente, die unsere Forschung maßgeblich unterstützen können.

Die Geschichte, die wir gemeinsam bewahren ...
Museo-on bietet detaillierte und umfassend dokumentierte Berichte über persönliche Begegnungen, die aus unseren vielseitigen Aktivitäten hervorgehen. Unsere Texte und Analysen ermöglichen Ihnen einen tiefen Einblick in die bewegenden Lebensgeschichten der auf dem Friedhof in Afghanistan beigesetzten Mitglieder der ehemals in Herat ansässigen jüdischen Gemeinde sowie deren Nachfahren, Freunde und Weggefährten. Jeder Grabstein repräsentiert nicht nur die betreffende Person, sondern spiegelt auch ihre Verbindungen zur Gemeinschaft, persönliche Ambitionen sowie die gemeinsamen Herausforderungen wider, die es zu bewältigen galt. Begleiten Sie uns auf dieser bedeutenden Erkundung der Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Afghanistan.
"Forschungsreise nach Afghanistan" - ein Reisebericht von Werner Herberg, 1973
"Der historische jüdische Friedhof von Herat"
"Noch am Nachmittag des 7. Oktober 1973 brachte man uns zum alten jüdischen Friedhof, der etwa drei Kilometer außerhalb der Stadt liegt. Der Friedhof, der ungefähr die Größe eines Sportfeldes hat, ist von einer Lehmmauer, an deren Innenseite Bäume gepflanzt sind, umfriedet. Der Zugang liegt neben dem einfachen Lehmhaus, in dem ein Friedhofsverwalter mit seiner Familie lebt. Der größte Teil des Geländes ist eben, und schwach mit Gras und niederem Strauchwerk bewachsen. Nur mit Mühe kann man Spuren der ältesten Grabanlagen, deren Alter mit achthundert Jahren angegeben wurde, erkennen. Auf etwa einem Viertel des Geländes findet man noch erhaltene Grabstätten, von denen die jüngeren mit Schrifttafeln versehen sind. In der dem Lehmgebäude gegenüberliegenden Ecke befindet sich ein Begräbnisplatz für Thorarollen, die, wenn sie unbrauchbar geworden sind, nicht vernichtet werden dürfen, sondern mit besonderem Ritual hier beerdigt werden (vergl. die berühmt gewordene Geniza von Kairo)."
Werner Herbergt berichtet, dass er während eines abschließenden Gesprächs in Herat um Verständnis für die ihm nur begrenzt zur Verfügung stehende Zeit gebeten wurde. Die jüdische Gemeinde in Herat äußerte aufgrund des zu dieser Zeit neu aufflammenden arabisch-israelischen Konflikts erhebliche Besorgnis, da die Möglichkeit bestand, dass sein Besuch mit der angespannten politischen Situation assoziiert werden könnte.
Hinweis der Redaktion: Der Jom-Kippur-Krieg wurde vom 6. bis zum 25. Oktober 1973 von Ägypten, Syrien und weiteren arabischen Staaten gegen Israel geführt. Nach dem Palästinakrieg (1948/49), der Suezkrise (1956), dem Sechstagekrieg von 1967 und dem Abnutzungskrieg (1968–1970) war er der fünfte arabisch-israelische Krieg des Nahostkonflikts. Der Krieg begann mit einem Überraschungsangriff Ägyptens und Syriens am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, auf dem Sinai und den Golanhöhen, die sechs Jahre zuvor von Israel im Zuge des Sechstagekrieges erobert und besetzt worden waren.
Werner Herberg hatte die dennoch die Gelegenheit, gezielte Fragen zu formulieren und entsprechende Notizen anzufertigen. Die Existenz der persisch-hebräischen Inschriften von Djam, die von erheblichem Interesse sind, war in Herat weitgehend unbekannt. Informationen über den einzigen in Balkh lebenden Juden waren ebenfalls spärlich; es war jedoch bekannt, dass dort in der Vergangenheit eine "bedeutende jüdische Gemeinde" existierte. Überraschenderweise erhielt Werner Herberg kurzfristig, jedoch zu spät für seine bereits angetretene Rückreise, den ersten konkreten Hinweis auf jüdische Denkmäler in Kandahar. Nach vorliegenden Nachweisen waren auch in Maimana und Sheberghan jüdische Gemeinden dokumentiert, deren Ursprünge auf etwa 60 bis 80 Jahre zurückgehen. Auf die Frage nach dem Verhältnis der jüdischen Bevölkerung zu den afghanischen Bürgern in Herat antwortete der Gemeindevorsteher mit einem Lächeln: „Es gibt keine Probleme.“
Anmerkung von Werner Herberg:
"Alle Angaben und Datierungen, mit Ausnahme der Grabtafeln, beziehen sich auf entsprechende Aussagen der Juden von Herat und konnten an Ort und Stelle nicht überprüft werden. Eine exakte Bearbeitung der historischen Hinterlassenschaften der Juden von Herat, Kandahar, Maimana und Sheberghan wäre noch vorzunehmen."
Werner Herberg, Mainz, den 23.Februar 1974
Eine bewegende Reise in die Geschichte, die uns berührt!
Entdecken Sie das Jüdische Erbe in Herat, Afghanistan
Wir freuen uns, Ihnen ein bemerkenswertes Video über den jüdischen Friedhof in Herat, Afghanistan, vorzustellen, das von Benzi Bezalel auf YouTube veröffentlicht wurde. Dieses Video entstand in enger Kooperation mit unseren lokalen Partnern während unserer Recherchen im Rahmen eines umfassenden, mehrjährigen Projekts- initiiert durch die afghanisch-jüdischen Gemeinschaft in New York - , zwecks Sicherung und Bewahrung des jüdischen Friedhofs in Herat. Die Realisierung dieses Projektes wurde u.a. durch die großzügige finanzielle Unterstützung afghanisch-jüdischer Gemeinschaften in New York, London und Israel ermöglicht. An vorderster Stelle stand Osnat Gad, eine befreundete in New York lebende Nachfahrin der jüdischen Gemeinde aus Herat, die die Initiative zu diesem Projekt ergriff. Sie akquirierte finanzielle Mittel, indem sie Familie, Freunde, Nachfahren afghanischer Juden sowie afghanisch Jüdische Geschäftsleute um Unterstützung bat. Die Mitwirkung aller Beteiligten war entscheidend für den Erfolg des Projektes.
Das Video beleuchtet insbesondere auch die wesentlichen Aspekte unserer Projekte und Aktivitäten. Unser primäres Ziel ist die Erhaltung, Dokumentation und Präsentation unseres gemeinsamen kulturellen Erbes, das in unserem umfangreichen Film- und Fotoarchiv bewahrt wird. In Zusammenarbeit mit Partnern aus verschiedenen Regionen Europas, des Nahen und Mittleren Ostens, Südamerikas, Zentralasiens und Australiens begleiten wir innovative Projekte und präsentieren wertvolle audiovisuelle Inhalte. Darüber hinaus archivieren wir bedeutende historische Dokumente und führen umfassende Forschungsarbeiten durch. Unser Online-Archiv Museo-on bietet detaillierte Einblicke in die Geschichte zahlreicher Länder und Regionen. Durch unser integratives Engagement erhält jedes Projekt eine künstlerische Dimension, die nachhaltig zur Förderung der kulturellen Vielfalt beiträgt.
Dokumentation:
bedeutende Ereignisse
erfahren
Im Rahmen unserer Aktivitäten im Bereich Film- und Fotoarchiv betrachten wir persönliche Erzählungen als visuelle Erzählformen. Durch präzise und sorgfältig angefertigte Dokumentationen verleihen wir den Verstorbenen eine Stimme und ermöglichen den Nachfahren, ihre Herkunft zu erkennen und zu würdigen. Unser Archiv dient als wesentliche Ressource für Historiker und andere Interessierte, die sich umfassend mit historischen Fragestellungen beschäftigen möchten.
Film- und Fotoarchiv:
Ein Fenster zur
Geschichte
In unseren Dokumentationen bewahren wir nicht nur bedeutende historische Augenblicke, sondern auch die zugehörigen Narrative, die im Kontext dieser Aufnahmen entwickelt wurden. Jeder Film spiegelt das Leben der Menschen wider, einschließlich ihrer Schicksale und der sozialen Transformationen in verschiedenen Regionen der Welt. Wir laden Sie ein, unser Archiv zu erkunden und die historische Tradition des Geschichtenerzählens tiefgreifend zu erleben.
Das Archäologische
Museum:
Geschichte erleben
In unserem Online-Archiv und -Museum präsentieren wir Artefakte und Dokumente, die die Geschichte der Menschheit aus verschiedenen Regionen der Erde widerspiegeln. Jedes Exponat stellt einen bedeutenden Teil der kulturellen Identität unserer Gemeinschaft dar und bietet Einblicke in die Lebensweisen, Glaubensvorstellungen und Traditionen vergangener Zeiten. Unsere umfassenden Dokumentationen erlauben es Ihnen, diese faszinierenden Geschichten direkt zu erleben.
Musikproduktion:
Akustische Zeugen
der Erinnerung
Die Musik enthüllt im neuen Kontext persönliche Erinnerungen. Durch die musikalische Umgestaltung von Erfahrungen und Erlebnissen kreieren wir Atmosphären, die das Publikum tief berühren und fesseln. Die Kompositionen gründen auf den Erfahrungen und Lebensgeschichten verschiedener Generationen. Sie fördern eine emotionale Verbindung zur Vergangenheit, deren Relevanz auch in der heutigen Gesellschaft von erheblicher Bedeutung bleibt.
"Herat Jewish Cemetery Project"
Sicherung und Bewahrung des Jüdischen Friedhofs von Herat
In unserer umfassenden Dokumentation präsentieren wir u.a. zwei bedeutende Grabsteine mit Inschriften vom Jüdischen Friedhof in Herat, Afghanistan. Die Fotografien, die Werner Herberg am 7. Oktober 1973 während seiner Forschungsreise anfertigte, sind nicht nur wertvolle historische Dokumente, sondern unterstreichen auch die kulturelle Bedeutung dieses einzigartigen Ortes in Afghanistan.
Wir laden Sie ein, uns auf einer informativen Erkundungsreise durch die jüdische Geschichte in Afghanistan zu begleiten, die in diesen eindrucksvollen Fotografien minutiös veranschaulicht wird. Der jüdische Friedhof in Herat, Afghanistan erstreckt sich über eine Fläche von etwa 10 Hektar und befindet sich in einer komplexen rechtlichen sowie konservatorischen Situation, die durch den privaten Familienbesitz und die jahrzehntelange Pflege einer lokalen muslimischen Familie geprägt ist. Das Gelände des jüdischen Friedhofs in Herat steht im Eigentum der jüdischen Familie namens Mosaee (auch bekannt als Mosaie oder Mosaieha), welche nach der biblischen Figur Moses benannt ist. Historisch gilt Moses als der Prophet, der das Volk der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei ins Gelobte Land führte.
Arif Mosaee wird häufig als der rechtliche Eigentümer des jüdischen Friedhofs in Herat angegeben; er ist ein jüdischer Emigrant aus Herat, dessen Vorfahren auf diesem jüdischen Friedhof beigesetzt sind. Die Familie verließ Afghanistan in den 1970er Jahren und emigrierte u.a. nach Frankreich. Seither obliegt die Verantwortung für den jüdischen Friedhof der ortsansässigen muslimischen Familie Abdelaziz, die ihn in dritter Generation betreut.
Sowohl das historische jüdische Viertel in Herat, das als „Mosaeeha-Viertel“ bekannt ist, als auch das nahegelegene jüdische Badehaus, „Hammam-e Mosaie“, reflektieren das Erbe von Mose. Obwohl die Familie Mosaee nicht mehr physisch präsent ist, bleibt der Friedhof rechtlich in ihrem Privatbesitz, wodurch er sich von vielen anderen jüdischen Stätten in Afghanistan abhebt, die staatlicher Kontrolle unterliegen.
Eine Zeitreise
Dokumentation: 1973 (Werner Herberg, Architekt) und 2015 ff. (Saraj Sarajuddin, Bauingenieur)
Wir schreiben das Jahr 1973, am Nachmittag des 7. Oktober: der alte jüdische Friedhof befindet sich etwa drei Kilometer außerhalb der Stadtgrenzen. Dieser Friedhof, der in etwa der Größe eines Sportfeldes entspricht, ist von einer Lehmmauer umgeben, an deren Innenseite Bäume kultiviert sind. Der Zutritt erfolgt neben dem schlichten Wohnhaus des Friedhofsverwalters, der dort mit seiner Familie residiert. Der Großteil des Geländes ist relativ eben und geringfügig mit Gras sowie niedrigem Strauchwerk bewachsen. Die Überreste der ältesten Grabanlagen, deren Alter bis zu achthundert Jahre geschätzt wird, sind schwer zu erkennen. Ungefähr ein Viertel des Areals weist noch gut erhaltene Grabstätten auf, während die neueren Grabmale mit Inschrifttafeln (Epitaphien) versehen sind. In der gegenüberliegenden Ecke des Wohnhauses befindet sich ein Begräbnisplatz für Thorarollen, deren Unbrauchbarkeit nicht durch Vernichtung, sondern gemäß speziellen jüdischen Ritualen durch Beisetzung gewürdigt wird (in Anlehnung an die berühmte Geniza von Kairo; s. Abb. 1-4)
Wir schreiben das Jahr 2009: eine robuste Eisentür, mehrere Kilometer von der Altstadt Herats entfernt, führt zu einem freigelegten Feld, auf dem Dornengestrüpp und Unkraut eine Reihe von verwitterten Epitaphien in hebräischer Schrift überwuchern. Die Familie, die diesen Friedhof seit etwa 150 Jahren betreut, ist ohne finanzielle Unterstützung bestrebt, diesen historischen Ort zu bewahren; ihr Engagement reicht zurück bis zur Auswanderung der ehemals jüdischen Gemeinde in Herat (Abb. 5-6). Jalilahmed Abdelaziz berichtet, dass während der Tätigkeit seines Großvaters die jüdische Bevölkerung noch anwesend war und ihn für seine Dienste entlohnte. Mit der Verschlechterung der Sicherheitslage zogen die letzten Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft nach London, was das Ende ihrer (Familie Abdelaziz) Einkünfte zur Folge hatte. Nach Angaben von Jalilahmed Abdelaziz umfasst der Friedhof etwa 1.000 Gräber. Trotz der drei Jahrzehnte andauernden Konflikte und der Herrschaft der Taliban konnte die Familie Abdelaziz die Sicherheit dieses Geländes gewährleisten, das über einen unbefestigten Weg zugänglich ist, der von muslimischen Friedhöfen umgeben ist. Während die Taliban gelegentlich Schwierigkeiten bereiteten, gelang es der Familie, die Zerstörung der Gräber zu vermeiden. Abdelaziz führt zudem aus, dass die Taliban nicht ihr größtes Problem darstellten. Vielmehr waren es Nachbarn, die versuchten, Gräber zu schänden oder Grabsteine zu stehlen. Diese erwiesen sich als die wahren Übeltäter, doch die Familie Abdelaziz konnte sie durch überzeugende Argumentation davon abhalten, indem sie darlegten, dass solches Verhalten nicht im Einklang mit den islamischen Gesetzen steht .
Wir schreiben das Jahr 2014: obgleich die jüdische Gemeinschaft in Herat mittlerweile ausgewandert ist, bleibt das Andenken an sie lebendig. Hafeezullah, ein Apotheker aus dem historischen Mosaeeha-Viertel, erinnert sich daran, dass er vor etwa 70 Jahren seine Kindheit gemeinsam mit jüdischen Kindern verbrachte. Die Synagogen rufen bei ihm nostalgische Erinnerungen an diese Zeit hervor, und er äußert seine Erleichterung darüber, dass Überreste des jüdischen Erbes weiterhin in der Stadt sichtbar sind.
In unmittelbarer Nähe befindet sich der jüdische Friedhof, auf dem Generationen von jüdischen Bürgern beigesetzt wurden; eine engagierte afghanische Familie hat sich trotz erheblicher Herausforderungen der Pflege dieses Ortes angenommen. Sabria, die mit 70 Jahren eine Nachfahrin früherer Aufseher ist, berichtet, dass der Friedhof eine Fläche von rund 4 Hektar einnimmt. Dieses Grundstück gehört nach wie vor Arif Mosaee, einem in der Diaspora lebenden Juden aus Herat, dessen Familie dort beigesetzt ist. Sabria erläutert, dass Arif Mosaee früher die Verantwortung für den Friedhof an ihren Großvater übertragen hatte und betont, dass ihre Familie weiterhin die Pflege dieser Begräbnisstätte übernimmt. Sie weist darauf hin, dass viele Gräber eingestürzt sind, während einige in einem besseren Zustand erhalten geblieben sind. Während der Taliban-Herrschaft wurden Sabria und ihrer Familie wiederholt mit physischer Gewalt bedroht, um sie zur Aufgabe zu bewegen, doch sie weigerten sich standhaft, diesen Ort zu verlassen. Entschlossen erklärt sie, dass ihre Familie sich um dieses jüdische Erbe kümmern wird, solange mindestens ein Familienmitglied lebt.
Wir befinden uns in der Gegenwart, im Jahr 2026: die letzten Jahre waren von einer umfassenden Sicherung und Bewahrung des historischen Friedhofs in Herat geprägt, initiiert und finanziert durch afghanisch-jüdische Expatriates, allen voran Osnat Gad, eine in New York lebende Jüdin, deren Vorfahren aus Herat stammen (Abb. 7-12).
Zu den umfassenden Maßnahmen gehörten insbesondere der Bau einer Schutzmauer und eines sicheren Eingangs sowie die Sicherung etlicher vor dem vollständigen Zerfall bewahrter, mit Epitaphien versehener Grabstätten.
Im Jahr 2013 nahm ich Kontakt zu Osnat Gad auf, während ich meinen Artikel „Reflection of Sacred Realities in Urban Contexts: The Synagogues of Herat“ redigierte und nach präzisen Informationen zur Lage des Jüdischen Friedhofs in Herat recherchierte. Osnat Gad verwies auf einen Kontakt vor Ort, einen Afghanen, der zuvor per E-Mail in Bezug auf jüdische Relikte in Herat mit ihr kommuniziert hatte. Zunächst war unklar, ob die Informationen verlässlich waren; später stellte sich heraus, dass es sich bei diesem Kontakt um einen Ingenieur namens Saraj Sarajuddin handelte, der im Herat Old City Restoration Project der Aga-Khan-Stiftung (Aga Khan Foundation, kurz: AKF) tätig war und als lokaler Experte bei der Restaurierung der Synagogen in Herat unter deren Leitung tätig war. Die Aga Khan Foundation (AKF) ist eine nicht konfessionsgebundene, nichtstaatliche Entwicklungshilfsorganisation, die 1967 von Karim Aga Khan IV. gegründet wurde. Die Stiftung hat zum Ziel, kreative Lösungen für Probleme, die soziale Entwicklung behindern, zu entwickeln und zu fördern speziell in Asien und Ostafrika.
Osnat Gad, geboren in Peschawar (Pakistan) als Tochter afghanischer Juden, deren Familie ursprünglich aus Herat stammte, ist eine erfolgreiche jüdische Schmuckdesignerin aus New York. Im Jahr 1961 immigrierte sie zusammen mit ihrer Mutter und fünf Schwestern sowie einem Bruder in die Vereinigten Staaten, um ihrem Vater zu folgen, der 1959 von Afghanistan gekommen war. Ihre Familie verließ Herat mit dem Ziel, ein besseres Leben zu suchen, vertrauend auf die bestehenden Versprechungen Amerikas.
Osnat Gad initiierte eine erfolgreiche Kampagne und gab Anstoß für die Finanzierung des Projekts zum Zweck der Sicherung und Bewahrung des jüdischen Friedhofs in Herat, indem sie Familie, Freunde, Nachfahren afghanischer Juden sowie afghanisch jüdische Geschäftsleute um Unterstützung bat. Alle Beteiligten trugen zum Projekt bei. Zunächst musste Osnat Gad die Genehmigung des US-Außenministeriums zur Durchführung von Aktivitäten im Ausland einholen. Zudem war es erforderlich, die zuständigen Behörden in Kabul ausfindig zu machen, die das Projekt genehmigen konnten. Durch bemerkenswerte Hartnäckigkeit arbeitete sie mit Regierungsvertretern beider Länder zusammen, um die erforderlichen Dokumente und Genehmigungen zu erhalten. Politische Restriktionen verhinderten ihre eigene Reise nach Afghanistan, was sie auf lokale Kontakte zur Sicherstellung der rechtskonformen Durchführung der Arbeiten angewiesen machte.
Sie bemühte sich um Genehmigungen sowohl vom US-Außenministerium als auch vom afghanischen Konsulat in New York und vom Ministerium für Hadsch und Awqaf in Kabul und Herat. Zudem musste die gesamte Maßnahme zur Sicherung und Bewahrung des historischen jüdischen Friedhofs in Herat den jüdischen Rechtsvorschriften (Halacha) entsprechen, die ihr nicht geläufig waren, jedoch von den örtlichen Muslimen respektiert werden mussten.
Mit Unterstützung der Afghan Jewish Foundation (gegründet 1972 in New York), den afghanisch-jüdischen Gemeinschaften in New York, London und Israel wurde dieses Projekt nach mehreren Jahren erfolgreich abgeschlossen. Der Ingenieur Saraj Sarajuddin und sein lokales Team sicherten die Existenz des historischen Friedhofs, indem sie vier Mauern von zehn Fuß (3,048 m) Höhe errichteten und einen sicheren Eingang installierten. Da Osnat Gad als Jüdin nicht selbst nach Afghanistan reisen konnte, koordinierte sie das Projekt erfolgreich aus der Ferne. Nach erfolgreichem Abschluss der Sicherungs- und Bauarbeiten übernahm Saraj Sarajuddin mit seinem Team auch die Sicherung und Bewahrung einer Anzahl von in situ noch vorhandenen Gräbern mit Epitaphien, i.e. wertvoller historischer Zeugnisse jüdischer Präsenz in Afghanistan. Die Gräber und deren Grabplatten mit Inschriften (Epitaphien) wurden gemäß den halachischen Gesetzen gesichert, um das wertvolle kulturelle Erbe der einst in Afghanistan ansässigen jüdischen Gemeinschaft für kommende Generationen zu schützen und zu bewahren.
Die umfangreichen Maßnahmen auf dem Jüdischen Friedhof in Herat unter der Leitung von Saraj Sarajuddin, dem Vater meines Pflegesohnes, ermöglichten mir, aktuelle Fotografien des jüdischen Friedhofs einzusehen, die den Zustand vor und nach der Restaurierung im Vergleich mit den Schwarz-Weiß-Aufnahmen meines geschätzten kollegialen Freundes Werner Herberg aus dem Jahr 1973 nachweislich dokumentierten.
Das Gelände des historischen Friedhofs in Herat verbleibt weiterhin im Privatbesitz. Die gegenwärtige Taliban-Regierung hat die Restaurierung jüdischer Stätten in Herat, insbesondere der Yu Aw Synagoge und des Hammam-e Mosaie, autorisiert, um ein Zeichen für kulturelle Toleranz zu setzen. Osnat Gad engagiert sich konsequent als Fürsprecherin des afghanisch-jüdischen Erbes und nimmt aktiv an verschiedenen Podiumsdiskussionen teil, unter anderem bei der American Sephardi Federation sowie im Museum of the Bible. Sie ist sich der grundlegenden Bedeutung der Geschichte ihrer jüdischen Vorfahren in Afghanistan bewusst, die für zukünftige Generationen von hohem Wert ist. Daher setzt sie sich entschlossen dafür ein, das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Schutzes des jüdischen kulturellen Erbes in Afghanistan zu fördern und zu intensivieren.
Literatur: Herberg, Werner."Forschungsreise 1973 nach Afghanistan". Mainz, 1974 (unveröffentlicht); Lintz, Ulrike-Christiane. “Reflection of Sacred Realities in Urban Contexts: The Synagogues of Herat“. In Mohammad Gharipour (ed.) Synagogues in the Islamic World, Architecture, Design, and Identity. Edinburgh: Edinburgh University Press, 2017, pp. 51-72; "Restoration of Herat cemetery by Afghanistan Expat“, auf New York Jewish Travel Guide, abgerufen am 20.03.2026; "Taliban to allow restoration of historic synagogue in western Afghanistan“ (28.10.2022), auf thejc.com, abgerufen am 20.03.2026; "Taliban government approves conservation work on historic synagogue in Afghanistan“ (26.10.2022), auf theartnewspaper.com, abgerufen am 20.03.2026; Kumar, Ruchi. "Synagogues reveal Afghanistan's Jewish past“ (07.02.2020), auf aljazeera.com, abgerufen am 20.03.2026; "Relicts of old Afghanistan reveal Jewish past“, Reuters (25. Juni 2009), auf dawn.com, abgerufen am 20.03.2026; "Die Familiennamen der Rexinger Juden", in: In Stein gehauen Lebensspuren auf dem Rexinger Judenfriedhof (Jüdische Friedhöfe in der Stadt Horb, Bd.1) hrsg. vom Stadtarchiv Horb, Stuttgart 1997, S. 165; Wiesemann, Falk. Sepulcra judaica. Bibliographie zu jüdischen Friedhöfen und zu Sterben, Begräbnis und Trauer bei den Juden von der Zeit des Hellenismus bis zur Gegenwart. Essen: Klartext 2005; Brocke, Michael und Christiane E. Müller. Haus des Lebens. Jüdische Friedhöfe in Deutschland. Leipzig 2001; De Vries, A. Ph. Jüdische Riten und Symbole. Wiesbaden 1982 (Übersetzung von: Joodsche riten en symbolen, Zutphen 1928); Hüttenmeister, Frowald Gil. AHG - Abkürzungsverzeichnis hebräischer Grabinschriften (Frankfurter Judaistische Studien, Bd. 11). Frankfurt a.M.: Mohr Siebeck, 1996; Walzer, Tina. Jüdische Friedhöfe in den europäischen Ländern. Rahmenbedingungen und Zustandsbilder. In: David. Jüdische Kulturzeitschrift 82, (2009), S. 9; Wiesemann, Falk. Sepulcra judaica: Bibliographie zu jüdischen Friedhöfen und zu Sterben, Begräbnis und Trauer bei den Juden von der Zeit des Hellenismus bis zur Gegenwart. Essen: Klartext Verlagsgesellschaft 2004; Liedel, Herbert und Helmut Dolhopf. Haus des Lebens. Jüdische Friedhöfe. Würzburg: Verlagshaus Würzburg GmbH & Co. KG, 1985; Theobald, Alfred Udo (Hrsg.). Der jüdische Friedhof. Zeuge der Geschichte – Zeugnis der Kultur. Karlsruhe: Badenia Verlag, 1984; Klein, Rudolf. Metropolitan Jewish Cemeteries of the 19th and 20th Centuries in Central and Eastern Europe. A Comparative Study. Petersberg: Michael Imhof Verlag, 2018; Knufinke, Ulrich. Bauwerke jüdischer Friedhöfe in Deutschland. Petersberg: Michael Imhof Verlag, 2007; Theune, Claudia und Tina Walzer (Hrsg.). Jüdische Friedhöfe – Kultstätte, Erinnerungsort, Denkmal. Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag, 2011; Grun, Ulrich. Der „Judenhagen“ in Rüthen: „wichtiger als eine Synagoge“. In: Kreis Soest (Hrsg.). Soest: Kalender des Kreises Soest, 2003; Jacobs, Marcel-Th. und Klaus Jacobs. Haus der Ewigkeit. Jüdische Friedhöfe im mitteleuropäischen Kulturraum. Berlin/Leipzig: Hentrich & Hentrich, 2022; "Dr. Rosa Welt Straus" In: Datenbank Find a Grave, auf de.findagrave.com, abgerufen am 06.04.2026; Enigl, Marianne. Geschichtsbücher aus Stein – Auf jüdischen Friedhöfen in Europa ist jüdisches Leben nahezu ablesbar. Sephardische Grabstätten erhalten heute zunehmend Aufmerksamkeit. In: Yves Kugelmann (Hrsg.): Aufbau Nr. 2/85. Zürich: JM Jüdische Medien, April 2019, S. 28–30; Karimi, Storay."Herat's hidden Jewish quarter", auf bloodandfrogs.com, abgerufen am 06.04.2026; de Vries, Simon Philip. Jüdische Riten und Symbole (= rororo. Band 18758). 11. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2010, S. 213; Bensoussan, Georges. "Juifs en pays arabes – Le grand déracinement, 1850–1975". In: Denis Maraval (Hrsg.): Collection Texto. 2. Auflage. Paris: Éditions Tallandier, 2021, S. 178; Aswestopoulos; Wassilis ."Zehn Millionen für 500.000 Gräber". In: Jüdische Allgemeine (14. April 2011), auf juedische-allgemeine.de, abgerufen am 06.04.2026.
Sammlung von Lehrmaterial, Bildern, Videos und Audiodateien
- "Spurensuche. Jüdische Friedhöfe in Deutschland". Eine Einführung für Lehrer und Schüler;
- "epidat - epigraphische Datenbank" . Digitale Edition von mehr als 22.000 jüdischen Grabinschriften;
- " Jüdische Friedhöfe in der Region" . Alemannia Judaica;
- "Friedhof Ansichten": Gräber von Persönlichkeiten & Friedhöfe weltweit;
- "Jüdische Friedhöfe in Bayern". Haus der Bayerischen Geschichte.
















