BÖHLAU VERLAG
Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtgeschichte (ZRG)
2008 erscheint die ZRG zum 125. Mal
Der erste Vorgänger der heute vorliegenden ZRG
wurde im Jahr 1815 von Friedrich K. von Savigny und K. F. Eichhorn im Geiste der Historischen Rechtsschule ins Leben gerufen und gefördert. Erst seit 1861 erscheinen die Jahresbände mehr oder weniger kontinuierlich. Eine engere Verbindung mit der Savigny-Stiftung - deren Namen die ZRG bis heute trägt, obwohl die Stiftung ruht - ermöglichte 1880 die vertraute Zweiteilung von Romanistischer und Germanistischer Abteilung. 1911 kam eine eigene Kanonistische Abteilung hinzu.
Heute stellt die ZRG einen festen Bestandteil in der
europäischen rechtshistorischen Forschung dar. Der Aufsatzteil
mit grundsätzlich unveröffentlichten Beiträgen über neu
entdeckte Quellenfunde, neue Wertungen von Bekanntem oder
vergleichende Beobachtungen prägt maßgeblich den aktuellen
Stand der Disziplin. Der Literaturteil berichtet nach
Möglichkeit umfassend von den einschlägigen Neuerscheinungen am
internationalen Medienmarkt. Chronik und Mitteilungen ergänzen
das Angebot.
Die ZRG erscheint mit Beiträgen in zahlreichen westeuropäischen
Sprachen mit Einschüben in alten Sprachen. Die nach je 25
Bänden erscheinenden Generalregister der einzelnen Abteilungen
erleichtern mit Sach-, Quellen- und Personenverzeichnissen den
Zugang zu den Themen.
Die Erforschung des naturrechtlichen germanischen Kulturerbes war seit jeher ein besonderes Anliegen C. F. von Savignys. Viel Forscherarbeit steckt in den schwierigen Editionen zahlreicher Stammesrechte und lokaler Rechtsordnungen (z. B. Stadtrechte). Ereignisse und Persönlichkeiten können nur mit zum Teil langwieriger Quellenforschung rekonstruiert werden, weswegen regelmäßige Berichte über Handschriftenfunde eine wichtige Arbeitsunterlage jedes Germanisten darstellen. Soziologische Fragestellungen finden Eingang in viele Untersuchungen. Die Trends der Zeit schlagen sich auch hier nieder in regelmäßigen Beiträgen zur Strafrechtsgeschichte und zu Gender Studies.
Die Präsentation des 125. Jahrgangs der Germanistischen und Romanistischen Abteilung der Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (ZRG) - die Kanonistische Abteilung erscheint 2008 zum 94. Mal - mit Stipendienverleihung und anschl. kleinem Empfang findet zum 37. Deutschen Rechtshistorikertag am 9. September 2008 um 17.30 in Passau statt.
Als spezielles Geschenk an alle Teilnehmer des Festaktes erscheint in Kürze eine "Jubiläums-CD".
(...) Die ZRG erscheint heuer zum 125. Mal, zumindest mit ihrer RA und ihrer GA. Das ist gewiss ein Ereignis, das Verlag und Redaktion, Herausgeber und Mitarbeiter, darüber hinaus aber die gesamte Scientific Community der Rechtshistoriker aller Sparten und Schattierungen mit Stolz und Freude feiern können. Allerdings stimmt die Zahl der Bände nicht mit jener der Jahre überein. Wäre es anders, hätten wir schon 2004 das 125-Bände-Jubiläum feiern müssen. Zwar ging zunächst bis 1922 alles seinen geregelten Lauf (19). RA und GA publizierten ihren 43., die KA ihren 12. Band. Dann jedoch forderte die Inflation, insbesondere die durch sie herbeigeführte Zahlungsunfähigkeit der Savigny-Stiftung, ihre Opfer: Band 1923 aller drei Abteilungen entfiel. Eine Rettungsaktion der Notgemeinschaft Deutscher Wissenschaft machte das Boot wieder flott (20), so dass schon 1924 die drei Abteilungen in der üblichen Weise erscheinen konnten (21). Auch in den folgenden 20 Jahren bis 1944 kamen die jeweiligen Bände trotz zeitweise überaus widriger Umstände regelmäßig und meist auch zeitgerecht heraus (22). Vergrößert wurde die Diskrepanz zwischen Jahren und Bandzahl in der Folge allerdings dadurch, dass man nach 1923 auch wieder in den Jahren 1945, 1946 und 1949 kriegs- und nachkriegsbedingt ohne ,,Deutschlands berühmteste Zeitschrift (23) auskommen musste. Doch schon ab 1950 wird wieder ,,normal" und durchgehend nach Jahren gezählt: RA und GA Band 67ff., KA Band 36ff.
7. Von diesen drei kurzen Intermezzi (von insgesamt vier Jahren/Bänden) abgesehen hat die ZRG die Zeitläufe mit ihren diversen Umbrüchen und Veränderungen im wissenschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und technischen Bereich gut und ohne Unterbrechung (wenn auch manchmal mit einem etwas ,,zeitversetzten" Erscheinungstermin) überdauert. Ihre Geschicke bis einschließlich Band 100/1983 hat Theo Mayer-Maly in einem Festvortrag auf dem 25. Rechtshistorikertag (RHT) 1984 in Graz unter dem Titel ,,Der Weg der Zeitschrift der Savigny-Stiftung durch die Geschichte" geschildert und analysiert (24). Gleichzeitig haben die Abteilungen jeweils für sich Bilanz über die Entwickiung ihres Faches gezogen (25). Seither ist schon wieder ein Vierteljahrhundert ins Land gegangen. Zeit und Anlass also für einen neuerlichen kurzen Rückblick (26)! (...)
(Auszug aus Ogris, Werner: Zum Erscheinen von Band 125 der Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (ZRG). Jg. 125. Germanistische Abteilung. Hrsg. von R. Knütel, G. Thür, G. Köbler, P. Oestmann, J. Rückert, H.-J. Becker, H. DE Wall, A. Thier; Wien et al: Böhlau Verlag 2008. ISBN dieser Ausgabe: 978-3-205-77844-8; XLVIII, 1090 Seiten, S. XXXIV- XXXV)
Die Herausgeber und ihre Anschriften:
Die ZRG erscheint einmal jährlich in drei Abteilungen (Germanistische, Romanistische, Kanonistische Abteilung)





